Wettbewerb

Bildungs- und Kulturcampus St. Peter in der Au

Städtebau | Architektur

Mit dem Neubau an der Stelle des ehemaligen Feuerwehrhauses entsteht ein markantes architektonisches Ausrufezeichen, das die stadträumliche Situation neu interpretiert und stärkt.
Der bewusste Entschluss, das Bestandsgebäude einschließlich des ikonischen Turms vollständig zurückzubauen, beruht auf der Überzeugung, dass sowohl eine Freistellung als auch ein Anbau die gestalterische Klarheit und Solitärwirkung des Turms entscheidend geschwächt hätten.

Der neue Baukörper orientiert sich an den Baufluchten des früheren Feuerwehrgebäudes und nimmt damit gezielt Bezug auf die bestehende ortsräumliche Struktur. Gleichzeitig erzeugt die bewusste Absetzung vom Altbau der Neuen Mittelschule (NMS) einen neuen, qualitätsvollen Innenhof, der als grünes Herz des Quartiers fungiert und die Aufmerksamkeit gezielt von der Straße in das Zentrum der Anlage lenkt.

Durch die plastische Ausformung des Bauvolumens wird die Auffindbarkeit der Carl-Zeller-Halle unterstützt und stadträumlich betont. Der Entwurf vermittelt selbstbewusst zwischen Bestand und Neubau, zwischen Öffentlichkeit und Lernen - und formt so ein identitätsstiftendes Ensemble mit hoher Aufenthaltsqualität.

Funktion | Erschließung

Das großzügige, lichtdurchflutete Foyer bildet das zentrale Gelenk im Erdgeschoss - ein offener Raum für Ankunft, Orientierung und Begegnung.
Großzügige Verglasungen schaffen visuelle Bezüge in den Innenhof und eröffnen neue Wegebeziehungen. Dadurch ergibt sich nun auch eine logisch nachvollziehbare Eingangssituation im Innenhof.

Die vertikale Erschließung erfolgt über zwei Treppenräume: eine großzügige, in die Sitzstufen integrierte Haupttreppe sowie eine Flucht- und Funktionstreppe an der Ostseite.
Ein zusätzlicher Zugang zur Musikschule ist über den Bestandszugang der NMS vorgesehen, da sowohl einzelne Funktionsbereiche als auch die Verwaltung der Musikschule im 1. Obergeschoss in den Altbau integriert wurden.

Durch den Rückbau der Bestandstreppe vom 1. ins 2. Obergeschoss der NMS entsteht ein offener Freibereich, der als Erweiterung des Lernraums für zeitgemäßen Unterricht genutzt werden kann.
Diese neu gewonnene Fläche unterstützt das pädagogische Konzept der Schule und schafft Raum für informelles Lernen, Rückzug und Austausch.

Ökonomie | Ökologie

Die für den Musikprobensaal erforderliche Raumhöhe - gemäß geltender Förderrichtlinien - wird durch eine intelligente Mehrfachnutzung des angrenzenden Bereichs effizient genutzt:
Überhöhte Zwischenzonen werden für Lager- und Archivräume des Musikvereins auf zwei Ebenen erschlossen. So entsteht eine kompakte, wirtschaftliche Grundrissstruktur, die mögliche Leerräume funktional integriert.

Die zentrale Positionierung des Liftes ermöglicht eine barrierefreie Erschließung aller Ebenen, einschließlich der Archiv- und Lagerflächen im Zwischen- bzw. Hochparterre. Auch sperriges Lagergut kann so ohne Umwege transportiert werden.

Im durch die Dachneigung entstehenden Spitzboden wird die Haustechnikinstallation konzentriert untergebracht. Die vertikale Erschließung erfolgt über einen zentralen Technikschacht entlang der Lifterschließung.
Dadurch kann auf eine kostenintensive Teilunterkellerung verzichtet werden.

Hochwertige Erdgeschossflächen bleiben für öffentlich zugängliche Nutzungen erhalten.
Zusätzlich wird der Raum unter der zentralen Haupttreppe funktional genutzt und dient als Lagerfläche für Stühle und Tische - eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme zur Optimierung der Flächennutzung.

Innen- & Freiraumgestaltung

Das weitläufige Foyer bildet das Zentrum des Innenraums - ein Ort des Ankommens, der Orientierung und der Begegnung.
Der Höhensprung zwischen Straßenniveau und Foyerhalle sowie die begehbare Haupttreppe schaffen eine lebendige Lern- und Leselandschaft mit vielfältigen räumlichen Qualitäten - ein Raum, der zum Entdecken einlädt und sich wie ein gutes Buch immer wieder neu erschließt.

Diese Qualitäten setzen sich im Außenraum fort: Die Sitzstufen führen nahtlos ins Freie und bilden ein hybrides Raumkontinuum zwischen Innen- und Außenraum.
Der entsiegelte Innenhof bietet Platz für Freiluftunterricht, Veranstaltungen sowie Aufenthaltsflächen für Besucher:innen - ein grün gestalteter, offener Lebensraum für Schule, Kultur und Öffentlichkeit gleichermaßen.

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